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100 Jahre Eisenbahnstrecke Hermesdorf - Morsbach Moderner als die bisherigen
oberbergischen Eisenbahnstrecken sollte sie sein: Die vor hundert Jahren
eröffnete Eisenbahnstrecke Hermesdorf - Morsbach. Die Streckenführung kommt fast
ohne Bahnübergänge aus, die Brücken wurden in damals hochmoderner
Stampfbetontechnik errichtet, der Kömpeler Tunnel ist mit 786 Metern für eine Zweigstrecke ungewöhnlich lang. Am 1.10.2008 vor 100 Jahren wurde die Eisenbahnstrecke von Waldbröl - Hermesdorf nach Morsbach offiziell eröffnet. Damit schloss sich die letzte Schienenlücke in der Nord-Süd-Verbindung von der Ruhr bis zur Sieg durch das Bergische Land. Bereits 1890 hatte Morsbach mit der Strecke nach Wissen Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz erhalten. Der Bau der Strecke von Hermesdorf nach Morsbach war wegen der Topografie nicht einfach. Der Höhenrücken zwischen Geiningen und Kömpel musste mit einem 786 Meter langen Tunnel überwunden werden. Beim Bau halfen 1905-07 auch erste Gastarbeiter aus Italien mit. Auf der 7,1 Kilometer langen Bahnstrecke waren außerdem fünf Brücken und Viadukte erforderlich, um Taleinschnitte zu überqueren. Diese Betonbauten sind bautechnisch besonders interessant. Beton war damals schon ein bekannter und genutzter Baustoff. Wie etwa 100 Jahre zuvor bei Eisen und Stahl fehlten jedoch die Erfahrungen damit. Die statischen Grundlagen wurden nach 1900 geschaffen, so dass erst dann vermehrt Betonbauten entstanden. Die Brückenbauwerke zwischen Hermesdorf und Morsbach zählen zu den Pionierbauten dieser Stampfbetonbauweise in Deutschland.
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